Language:

Oral History

Bedeutung von Zeitzeugeninterviews

Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen haben für die Lehre und Forschung zur Zeitgeschichte eine besondere Bedeutung. Sie geben aus der Sicht des Individuums Aufschluss darüber, wie Menschen Geschichte gestalteten und erlitten; sie enthalten Informationen, die  sich in keinen schriftlichen Dokumenten finden; und sie machen deutlich, dass Erinnerung ein Konstruktionsprozess ist, der seinerseits historischer Veränderung unterliegt. In diesem Sinn sind Zeitzeugeninterviews eine wichtige Ergänzung zur schriftlichen Überlieferung. Und dort, wo es keine schriftlichen Dokumente gibt oder diese der Forschung (noch) nicht zugänglich sind, bilden die Erinnerungen der damals Beteiligten oft die einzigen Quellen.

Kolloquienreihe "Zeugen der Zeit"

Aus diesem Grund führt das Archiv für Zeitgeschichte seit 1973 regelmässig Kolloquien mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen durch. Die mittlerweile über 150 Tondokumente des Bestandes "Zeugen der Zeit" wurden alle digitalisiert und sind im Lesesaal zugänglich. Von 2005 bis 2012 hat die Dokumentationsstelle Jüdische Zeitgeschichte aus Anlass des Holocaust-Gedenktags im Archiv für Zeitgeschichte die Begegnung zwischen Schulklassen und Holocaustüberlebenden ermöglicht. Diese beeindruckenden Zeitzeugnisse sind als Tondokumente und als Videomitschnitte konsultierbar.

1000 Tondokumente

Unter den über 1000 Tondokumenten des Archivs finden sich zudem zahlreiche Interviews, die im Rahmen von Forschungs- und Ausstellungsprojekten gemacht wurden. Die grösste einzelne Sammlung umfasst 75 Zeitzeugeninterviews des Vereins humem mit Schweizerinnen und Schweizern, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts für die Entwicklungszusammenarbeit und die humanitäre Hilfe im Ausland engagierten.