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Warum Landis & Gyr?

Vom Schweizer Familienbetrieb zum Weltkonzern

©Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich
Blick vom Bahnhof Zug auf die Baustelle des neuen Landis & Gyr-Verwaltungsgebäudes, 1942

Der Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann diskutierte anlässlich der Fotoausstellung "Zählen, Messen, Steuern, Regeln" in der Shedhalle Zug (12.11.2015, 18.00-19.30 Uhr) die Geschichte des ehemaligen Elektrokonzerns Landis & Gyr mit Historikern und rund 50 Gästen.

Matthias Wiesmann, der Verfasser einer Biografie über den Unternehmenspionier Karl Heinrich Gyr, beleuchtete die Frühzeit des Konzerns bis zum Zweiten Weltkrieg. Daran schloss die Vorstellung erster Resultate einer historischen Studie über den Generationenwechsel in der Firmenleitung während der 1950er Jahre an. Nachdem es unter Gyr verpasst worden war, eine Nachfolgregelung zu treffen, entbrannte nach dessen Tod 1946 ein Machtkampf zwischen Vertrauten des Firmenpioniers und der Besitzerfamilie, welchen letztere für sich entscheiden konnte.

Und André Müller spann den weiten zeitlichen Bogen mit Bemerkungen über die Situation bei Landis & Gyr in den frühen 1980er-Jahren, der letzten Phase als selbständiges Familienunternehmen. Dabei stellte er die Herausforderungen des (verpassten) technologischen Wandels und der zunehmenden Globalisierung in den Vordergrund.

Der Podiumsanlass war Teil des Rahmenprogramms zur Fotoausstellung in der Shedhalle Zug. Sie wurde vom Archiv für Zeitgeschichte in Kooperation mit dem Verein Industriepfad Lorze veranstaltet und zeigte 360 ausgewählte Fotos, schriftliche Archivdokumente und originale Stromzähler aus unterschiedlichen Epochen.

Die vorgestellten Forschungen sind unter anderem Resultate des Seminars "Grosse Firmen, kleines Land: Einführung in die schweizerische Unternehmensgeschichte", das Straumann 2012 in Zusammenarbeit mit dem Archiv für Zeitgeschichte durchführte.

Bildergalerie

Die Referenten: Tobias Straumann, Matthias Wiesmann, André Müller (v.r.n.l.) (©Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich) Themenabend zur Geschichte von Landis & Gyr in der Shedhalle Zug (©Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich)