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C. A. Looslis Einsatz für die Würde des Menschen


Plakat zur Tagung vom 25.11.2009

„Schweizerische Konzentrationslager“ und „Die schlimmen Juden“

Der streitbare Publizist, Schriftsteller und „denkende Zeitgenosse“ Carl Albert Loosli (1877-1959) setzte sich auf Grund eigener Erfahrungen für eine Reform des Anstalts- und Erziehungswesens ein. In polemischer Zuspitzung verglich er die schweizerischen Erziehungsanstalten mit Konzentrationslagern, kritisierte die administrative Zwangsversorgung zahlloser Menschen und machte das Leid der „Verdingkinder“ zum Thema. Gegen den um sich greifenden Antisemitismus nahm er mit der Schrift „Die schlimmen Juden“ (1927) Stellung, und im Berner Prozess um die „Protokolle der Weisen von Zion“ (1934/35) trat er als Gutachter auf.

Tagungskonzept

Die Referentinnen und Referenten waren eingeladen, C. A. Loosli und seine Schriften im zeitgenössischen Kontext zu verorten. Dabei interessierten Beiträge zu den Motiven seines Engagements ebenso wie die Untersuchung seiner Strategien oder die Frage nach der gesellschaftspolitischen Wirkung seines Engagements. Die Tagungsbeiträge sind in Band 8 der Schriftenreihe des Archivs für Zeitgeschichte unter dem Titel "Anstaltsfeind und Judenfreund" erschienen.

Die Tagung im Literaturhaus Zürich vom 25.11.2009 wurde aus Anlass des Abschlusses der Loosli-Werkausgabe gemeinsam mit dem Rotpunktverlag und mit Unterstützung durch die Lucie und Louis Weil-Bloch-Stiftung Zürich durchgeführt.