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75 Jahre Kriegsende (8. Mai 1945)

Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich (Nachlass Hans U. Steger)
Karikatur von Hans U. Steger "Hunger, Ruhr, Typhus, Syphilis, die anderen 'Grossen Vier' über Berlin" (Nachlass Hans U. Steger)

Nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht in der Nacht vom 6. auf den 7. Mai 1945 endete am 8. Mai der Zweite Weltkrieg, der insgesamt 60 bis 65 Millionen Tote forderte, darunter 6 Millionen ermordete Jüdinnen und Juden. Die Schweiz war zwar nicht direkt in die Kriegshandlungen involviert, aber doch vom Krieg betroffen.

Quellendossier aus dem Archiv

In einem Dossier «75 Jahre Kriegsende – Rezeption Schweiz» hat das Archiv für Zeitgeschichte Quellen zusammengestellt, die innerhalb der drei thematischen Sammlungsschwerpunkte seiner Fachreferate («Jüdische Zeitgeschichte», «Politische Zeitgeschichte» sowie «Wirtschaft und Zeitgeschichte») die unterschiedlichen Wahrnehmungen des Kriegsendes aufzeigen. Die ausgewählten Dokumente wurden kontextualisiert, teilweise transkribiert, und können zur weiteren Beschäftigung heruntergeladen werden.

Der Schweizer Gewerkschaftsfunktionär, Redaktor und Sozialattaché Emil Friedrich Rimensberger, der ein passionierter Tagebuchschreiber war, entwickelte beispielsweise eine politische Perspektive auf das Kriegsende, die wenig optimistisch ist. Er sah vor allem die Verantwortung und die Herausforderungen, die mit einem Sieg der Alliierten verbunden waren. Das Zuger Unternehmen Landis & Gyr andererseits hatte durch die Tochterfirma Paul Firchow Nachfolger verschiedene Niederlassungen im Ausland, u.a. in deutschen und deutsch besetzten Gebieten. Die ausgewählten Unterlagen belegen die Bemühungen des Konzerns, nach Kriegsende verlässliche Informationen zum Zustand seiner Fabriken zu erhalten sowie seine wirtschaftlichen Interessen zu wahren. Und anhand der Berichterstattung in der jüdischen Wochenzeitung Israelitisches Wochenblatt wird schliesslich auf die schweizweiten religiösen Feiern zum Kriegsende in den jüdischen Gemeinden eingegangen. Obwohl die Synagogen gut besucht waren, herrschte nicht das Gefühl der Euphorie vor, sondern Dankbarkeit darüber, den Krieg überstanden zu haben, und Trauer über die Opfer von Krieg und Verfolgung.

Die Verwendung der Unterlagen für den Unterricht oder das Zitieren von Ausschnitten für schulische, wissenschaftliche oder journalistische Zwecke ist unter Nennung der vollständigen Quellenangabe und mit Verweis auf «Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich» ausdrücklich erwünscht.

Eine Version des Dossiers in hoher Auflösung finden Sie hier zum Download.

Bildergalerie

Titelblatt "Die Weltwoche" mit Karikatur Hans U. Steger, 14. September 1945 (Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich [Nachlass Hans U. Steger]) Ausreisende Flüchtlinge nach Kriegsende, Gruppenbild s.l., s.d. (Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich [Nachlass Gertrud Kurz]) Telegramm aus Prag an Landis & Gyr, 18. Juni 1945 (Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich [Historisches Archiv Landis & Gyr]) "Auschwitz...Schweizersoldaten als neutrale Augenzeugen" Tages-Anzeiger, 16. Mai 1946 (Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich [JUNA-Archiv])