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Verband Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen

© Archiv für Zeitgeschichte (VSJF-Archiv)
Kinderausweis mit J-Stempel sowie Anhänger aus dem VSJF-Personendossier von Anneliese Laupheimer (1927-2008)

Neu sind die Unterlagen einer zweiten Ablieferung zum Archiv des Verbands Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen (VSJF) verzeichnet und recherchierbar. Sie schliessen zeitlich an die erste Ablieferung an und enthalten ergänzende Akten aus der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre. Dies betrifft nicht nur die allgemeinen institutionellen Unterlagen, auch für manche Flüchtlingsdossiers aus dem ersten Teil des Archivs sind Fortsetzungen vorhanden.

Daneben enthält die Nachlieferung einige sehr eindrückliche Personendossiers von Flüchtlingen während des Zweiten Weltkriegs, die trotz des damals vorherrschenden "Transitprinzips" ein Dauerasyl für die Schweiz erhielten. Diese Dossiers, die zum Teil bis in die 1990er oder 2000er Jahre geführt wurden, belegen das Schicksal dieser Menschen über mehrere Jahrzehnte hinweg. Es befindet sich auch eine Serie Akten zu iranischen Flüchtlingen (meist jüdischer Herkunft) in der Nachlieferung, die die Ausreise dieser Personen aus dem Iran über die Schweiz und danach oft in die USA dokumentieren. Hinzu kommen Unterlagen zum Mandat des VSJF als nationale Vertretung der Holocaust-Opfer in der Schweiz und zu den Themen nachrichtenlose Vermögen und Wiedergutmachung.

Auch wer sich für das vom VSJF geführte Heim "Les Berges du Léman" in Vevey interessiert, wird in den Unterlagen fündig. Das Heim wurde 1949 für betagte Dauerasylberechtigte eröffnet. Im Laufe der Zeit wurde es immer mehr zum allgemeinen Alters- und Pflegeheim für jüdische und auch nicht-jüdische Menschen aus der Region.

Daneben geben die Akten Auskunft zur Geschichte und Entwicklung des VSJF selbst. Als einschneidende Veränderung sei hier die 2001 erfolgte Abtretung der direkten Flüchtlingsbetreuung durch die Schweizer Hilfswerke an die Kantone genannt.