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Unterstützung für jüdische Studierende in der Schweiz

© Archiv für Zeitgeschichte (Jüdische Stipendienkasse)
Karteikasten mit Personenkarten (laufende Fälle) (Jüdische Stipendienkasse)

Der Verband Jüdischer Studenten in der Schweiz (VJSS) wurde im Mai 1946 als Dachorganisation der bereits bestehenden Ortsverbände Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich gegründet. Zum Präsidenten gewählt wurde der damalige Zürcher Student der Rechtswissenschaften und spätere ICZ-Präsident Sigi Feigel.

Interessenvertretung jüdischer Studierender

Der VJSS vertrat die Interessen jüdischer Studierender in der Schweiz. Unterstützt wurde er dabei sowohl ideell als auch finanziell vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG). Die zentrale Aufgabe des Verbandes lag in der Förderung des Studiums von jüdischen Studenten in der Schweiz. Dies beinhaltete die Unterstützung bedürftiger Studenten an schweizerischen Hochschulen mittels Stipendien oder Darlehen. Dazu kam die Pflege der Beziehungen mit in- und ausländischen jüdischen Organisationen sowie mit nicht-jüdischen Studentenorganisationen. Der VJSS engagierte sich ausserdem für die Förderung der Kenntnis der geistigen und sittlichen Werte des Judentums sowie für die Bekämpfung von Antisemitismus.

Der Bestand wurde dem AfZ von dem ehemaligen Verbandspräsidenten Alexander Ilan de Beer in den Jahren 1997 und 2015 übergeben. Dokumentiert ist insbesondere die Verbandstätigkeit der Dachorganisation sowie der Sektion Zürich seit der Gründung 1946 bis Ende der 1950er Jahre sowie in den 1970er Jahren.

Finanzielle Unterstützung

Eng verbunden mit dem VJSS ist die Stipendienkasse für jüdische Studierende der Schweiz (kurz Jüdische Stipendienkasse), die 1954 ihre Tätigkeit aufnahm und die Aufgaben der Verbandsunterstützungskasse (VUK) des VJSS fortführte. So war etwa der Präsident des VJSS auch Mitglied der Kommission, welche sich mit der Stipendienvergabe befasste.

Das Archiv der Jüdischen Stipendienkasse kam in Form von zwei grösseren Aktenübernahmen in Lausanne und in Zürich ins AfZ. Dazu gehören auch Unterlagen der VUK aus den 1940er und anfangs der 1950er Jahre. Ein Hauptteil der Akten bilden die personenbezogenen Falldossiers, bestehend aus Anmeldeformularen und Korrespondenz zu den Stipendienanfragen.

Die zentrale Tätigkeit der Stipendienkasse bestand in der Vergabe und Verwaltung von Stipendien sowie im Akquirieren von finanziellen Mitteln. Die Finanzierung der Stipendienkasse wurde vorrangig über Spenden, Legate, Rückzahlungen von Stipendien und Mitgliedschaftsbeiträge bestritten. Die Stipendienkommission war für die Bearbeitung der Stipendiengesuche zuständig. Die einmal im Jahr tagende Generalversammlung entschied über das Jahresbudget der Stipendienkasse. Die Verantwortung für die beiden Sekretariate mit der Hauptablage der Akten betreffend Stipendienvergabe und Organisation hatten vorrangig Kurt Hutschneker in Zürich und Raymond Weill in Lausanne inne.