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Nachlässe Ernst und Gerhart Schürch

© Archiv für Zeitgeschichte (NL Gerhart Schürch)
Gerhart Schürch in einem IKRK-Verteilzentrum für Lebensmittel während des Biafra-Konflikts, N’Kalagu 1968

Als unerschrockener Chefredaktor der Berner Tageszeitung "Der Bund" geriet Ernst Schürch ins Visier des nationalsozialistischen Regimes, das erfolglos Druck ausübte, um ihn von seinem Posten zu entfernen. Schürchs weitgespanntes Beziehungsnetz widerspiegelt sich in seiner umfangreichen Korrespondenz. Ergänzt wird diese durch zahlreiche Sachdossiers, v.a. zu politischen Themen, sowie durch seine Eigenschriften, darunter Manuskripte, Vorträge und Pressebeiträge in verschiedenen schweizerischen Tages-Zeitungen und Zeitschriften. In diesen kommt u.a. sein Einsatz für eine freie und unabhängige Presse zum Ausdruck. Von besonderem historischem Wert dürften seine Gesprächsnotizen mit verschiedenen bedeutenden Akteuren aus der Schweiz und aus Deutschland sein, darunter Bundesräte, deutsche Diplomaten, aber auch Vertreter des NS-Regimes.

Damit in engem Zusammenhang steht der Nachlass des Anwalts und Nationalrats Gerhart Schürch (1910-1994), Sohn von Ernst Schürch. Als Mitbegründer von Gotthard-Bund und Eidgenössischer Gemeinschaft (EG) machte er sich auch mit seiner Beteiligung an der sogenannten "Offiziersverschwörung" von 1940 einen Namen, welche im Bestand dokumentiert ist. Gerhart Schürch und seine Gesinnungsgenossen traten für den bedingungslosen Widerstand im Falle eines deutschen Angriffs ein. Von 1934 bis 1941 war er Sekretär des Auslandschweizerwerks der Neuen Helvetischen Gesellschaft (NHG), später Zentralpräsident der NHG. Aus der Nachkriegszeit finden sich Unterlagen zu seiner Tätigkeit als Nationalrat, als parlamentarischer Delegierter im Europarat und als Leiter der IKRK-Mission während des Biafra-Krieges in Nigeria (1968). Im Bestand finden sich auch Manuskripte, Vorträge und Pressebeiträge von Gerhart Schürch. Immer wiederkehrende Themen in seinen Schriften sind die Schweizer Armee – Gerhart Schürch bekleidete zuletzt den Rang eines Obersten – sowie die Aussenpolitik der Schweiz während und nach dem Zweiten Weltkrieg.