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Kuffner-Stiftung

© Archiv für Zeitgeschichte (Kuffner-Stiftung)
Moriz von Kuffner (1854-1939)

Die Tätigkeit und Geschichte der Kuffner-Stiftung ist eng mit der Geschichte der aus Österreich stammenden jüdischen Familie Kuffner verbunden, welche 1938 in die Schweiz fliehen musste. Ein wichtiger Teil des Bestands sind Unterlagen über die Bemühungen der Familie, nach dem Zweiten Weltkrieg Wiedergutmachung für Ihre Verluste zu erlangen. Die Moriz und Elsa von Kuffner-Stiftung (MEKS) wurde 1960 von Stephan Kuffner, Sohn von Moriz und Elsa von Kuffner gegründet. Die Stiftung unterstützt Jugendliche, insbesondere solche aus Berg- und Randregionen während ihres Studiums an einer schweizerischen Universität, schweizerische Sozialwerke aller Art, Pflegefachpersonal in Ausbildung sowie Berggemeinden und Institutionen in Bergregionen.

Wohltätigkeit über Generationen

Moriz, Edler von Kuffner, übernahm damals von seinem Vater Ignaz ein grosses Vermögen mit Industriebetrieben u.a. der Bierbrauerei Ottakring in Wien, zahlreichen Häusern und Ländereien in Österreich, Ungarn und der nachmaligen Tschechoslowakei. Über die verschiedenen Generationen hinweg engagierte sich die Familie für wohltätige Zwecke. 1883 liess Moriz Kuffner in Wien eine private Sternwarte errichten. Als begeisterter Alpinist absolvierte er verschiedene anspruchsvolle Bergbesteigungen u.a. in der Schweiz. Die drei Söhne, Ignaz und die Zwillinge Johann und Stephan beteiligten sich an den Familienbetrieben. Im Januar 1938 starb Elsa von Kuffner und kurze Zeit später auch ihr ältester Sohn Ignaz.

Flucht in die Schweiz

Nach dem "Anschluss" Österreichs an Deutschland flohen der Vater Moriz und die Söhne Johann und Stephan unter Zurücklassung eines Grossteils ihres Vermögens und der Brauereibetriebe in die Schweiz. 1939 starb Moriz nach längerer Krankheit in Zürich. Die beiden Söhne Johann und Stephan wanderten zunächst nach Paris, Kuba und in die USA aus. Sie liessen sich 1968 erneut in der Schweiz nieder, Stephan in Zürich und Johann in Lausanne. Bis zu seinem Tod 1976 beteiligte sich Stephan Kuffner engagiert an den Tätigkeiten der Stiftung. Zusammen mit seinem Bruder Johann gründete er 1975 zusätzlich die Hans und Stephan von Kuffner-Stiftung (HSKS), welche eng mit den Tätigkeiten der MEKS verbunden war und 1987 mit dieser fusionierte. Die beiden Brüder überliessen ihr Vermögen ganz der Stiftung, welche ihr Unterstützungsangebot ab 1976 kontinuierlich vergrösserte.