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Zeitgeschichte.digital

Digitalisierung ungedruckten Schriftguts

© Archiv für Zeitgeschichte

Projektziel

In Kooperation mit dem US Holocaust Memorial Museum (USHMM) und weiteren Sponsoren werden bis 2015 zentrale Quellenbestände des Archivs für Zeitgeschichte digitalisiert und ausgewählte Teile davon online zugänglich gemacht.

Ein bereits integral in digitaler Form verfügbarer Bestand ist das Archiv der Union Jüdischer Flüchtlinge.

Projektverlauf

Die Digitalisierung von gebundenen Werken, also Büchern und Zeitschriften, ist heute weitgehend automatisiert und wird von Bibliotheken weltweit im grossen Stil vorangetrieben. Die Digitalisierung von losem Schriftgut kennt dagegen kaum standardisierte Verfahren.

Zeitgeschichte.digital unterscheidet sich von der Vielzahl bisheriger Digitalisierungsprojekte in der Schweiz dadurch, dass Quellenbestände integral und nicht nur etwa ausgewählte Protokollserien digitalisiert werden. Einer rationellen Verarbeitung steht hier die Tatsache entgegen, dass man in traditionellen Archivdossiers bunt gemischt geklammerte und lose Blätter verschiedenster Formate und Stärken, gebundene Broschüren sowie gefaltete Dokumente und Papiere in Übergrössen vorfindet.

Anlässlich der geplanten Kooperation mit dem US Holocaust Memorial Museum prüfte das Archiv für Zeitgeschichte Varianten der Digitalisierung und nachgeschalteten Mikroverfilmung von Archivgut. Es zeigte sich, dass eine neue Generation von Einzugsscannern in der Lage ist, loses Papier in Formaten von Postkartengrösse bis A3 und Stärken von 40 bis 200 g pro Quadratmeter zu verarbeiten. Bei optimaler Vorbereitung können bis zu 120 Dokumentseiten pro Minute doppelseitig digitalisiert werden, ohne dass zu befürchten ist, dass das Archivgut beim Einzug in den Scanner beschädigt wird.

Angesichts dieser Möglichkeiten beantragte das Archiv für Zeitgeschichte beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der ETH Zürich den Aufbau einer technischen Infrastruktur, welche die möglichst rationelle Digitalisierung von grossen Archivgutmengen erlaubt. Nach dem positiven Entscheid von SNF und ETH wurde in der ersten Jahreshälfte 2010 im DigiCenter der ETH-Bibliothek ein innovatives und in der Schweiz bisher einzigartiges System aufgebaut. Seit dem produktiven Start im Juli 2010 digitalisierte es bis Dezember 2017 über 2,6 Milionen Dokumentseiten.